Achtsamkeitstrainings für Teamgeist

Lesetipp: Stuttgarter Zeitung

Meditieren gegen den Stress

Von mma 07. April 2017
Unter Stress leidet mittlerweile gefühlt jeder. Wer regelmäßig meditiert, verbessert die Konzentrationsfähigkeit, schärft das Urteilsvermögen – und entkommt wie nebenbei der Stressfalle. Unternehmen wie SAP, Google und Bosch nutzen Achtsamkeitstrainings, um den Teamgeist zu stärken.

Auszüge:

(...) Inzwischen haben auch Unternehmen wie SAP, Google und Bosch entdeckt, dass ihnen Achtsamkeitstrainings nutzen. Durch die Trainings steigen in vergleichsweise kurzer Zeit die individuellen Gesundheits- und Leistungsparameter der Mitarbeiter an, so der Medizinpsychologe Niko Kohls gegenüber der Wochenzeitung VDI nachrichten, zudem verbessere sich der Teamgeist. Kohls ist Medizinpsychologe an der Hochschule Coburg. Er hat die Wirkung von Achtsamkeitsprogrammen in 25 Unternehmen, Schulen und Hochschulen untersucht. Seine Ergebnisse sind eindeutig. „In vergleichsweise kurzer Zeit sind psychologische und neurobiologische Veränderungen zu beobachten“, sagt Kohls. „Bei einmaligem Achtsamkeitstraining in der Woche fühlen sich die Mitarbeiter nach zwei bis drei Monaten besser, ausgeruhter.“ Darüber hinaus sinke der Zeitaufwand für Meetings um 20 bis 30 Prozent – „weil jeder vor dem Treffen eine Minute in sich geht und sich überprüft: Habe ich substanziell etwas beizutragen oder gehe ich nur dahin, um mich zu produzieren?“(...)

„Achtsamkeit und Humor helfen, aus dem Kopfkino auszusteigen“

Bohus meditiert täglich zehn bis fünfzehn Minuten. „In dem Augenblick nehme ich mich selbst zwar wahr, aber nicht mehr ganz so ernst“, sagt er. „Ich entwickle eine Art wohlwollender, milder Distanz zu mir selbst. Es ist tatsächlich ein heilsamer Weg, sich selbst weniger Bedeutung zuzuschreiben.“
Dieser Meinung ist auch Michael Stefan Metzner. Der Psychologe und Psychotherapeut aus Prien am Chiemsee hat sogar ein Buch zum Thema verfasst: „Achtsamkeit und Humor: Das Immunsystem des Geistes“. „Achtsamkeit und Humor helfen dabei, aus dem Kopfkino auszusteigen“, sagt Metzner, „und wieder unabhängig zu werden von der eigenen Sichtweise.“ Denn vor allem das Festgefahrensein in der eigenen Position führe heutzutage zu Konflikten – „sowohl in Beziehungen als auch zwischen Nationen.“ (...)

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